Vitalstoffe

rund um Kinderwunsch und Schwangerschaft

 

Folat / Folsäure

Folsäure und die in den Lebensmitteln natürlicherweise vorkommenden Folate gehören zu den B-Vitaminen. Sie werden für Zellteilungs- und Wachstumsprozesse benötigt. Vor allem zu Beginn der Schwangerschaft besteht durch eine unzureichende Folatversorgung ein erhöhtes Risiko für angeborene Fehlbildungen (Neuralrohrdefekte), die das Gehirn und / oder das Rückenmark des Kindes betreffen. Da viele Frauen in den ersten Wochen noch gar nicht von ihrer Schwangerschaft wissen, sollten Frauen mit Kinderwunsch bereits ca. 4 Wochen vor Beginn der Schwangerschaft mit der täglichen Einnahme beginnen.

  • Funktion

    Folate sind wichtig für die Zellteilung und tragen zum Wachstum des mütterlichen Gewebes während der Schwangerschaft bei. Folat senkt das Risiko von Neuralrohrdefekten.

  • Vorkommen

    Folate findet man in Blättern von grünem Gemüse wie Spinat, Broccoli, Rosen- und Grünkohl sowie in Eigelb, Endivien, Spargel, Tomaten, Weizenkeimen, Roggenvollkorngetreide, Apfelsinen, Bananen, Mangos.

  • EMPFOHLENE VERZEHRMENGE PRO TAG

    550 Mikrogramm Nahrungsfolat für Schwangere

Beachten Sie: Der Körper braucht Zeit, um einen ausreichend hohen Folatspiegel aufzubauen. Damit Sie optimal auf eine Schwangerschaft vorbereitet sind, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung eine ausreichende Folat-Versorgung schon in der Kinderwunsch-Phase. Beginnen Sie also frühzeitig (mind. 4 Wochen vor geplanter Schwangerschaft) mit der Einnahme von Folsäure. Folate in Lebensmitteln sind hitze- und lichtempfindlich und werden zudem vom Körper nur etwa zur Hälfte verwertet. Da einige Frauen Folsäure nicht vollständig umwandeln und nutzen können, ist Metafolin®* eine sinnvolle Ergänzung. Sie ist eine bereits biologisch aktive Folatform, die dem Körper direkt zur Verfügung steht.

WeitereB-Vitamine

B-Vitamine

B-Vitamine sind wasserlöslich und unerlässlich für den Stoffwechsel.
Achten Sie bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft stets auf eine ausreichende Zufuhr von B-Vitaminen.

Thiamin (Vitamin B₁)
In der Schwangerschaft benötigen Sie täglich eine Dosis von 1,2–1,3 Milligramm Thiamin. Dieses Vitamin steckt zum Beispiel in Vollkornprodukten, Sonnenblumenkernen, Kartoffeln und grünen Erbsen. Thiamin wird bei Stoffwechselprozessen in allen Organsystemen benötigt.

Riboflavin (Vitamin B₂)
Nehmen Sie täglich 1,3–1,4 Milligramm Riboflavin durch Milch, Fisch, Gemüse oder Vollkornprodukte zu sich. Wichtig ist dieses Vitamin für den Energiestoffwechsel in allen Körperzellen.

Pyridoxin (Vitamin B₆)
Etwa 2 Milligramm Vitamin B₆ braucht eine schwangere Frau täglich. Essen Sie dafür Bananen, Milchprodukte, Kartoffeln, Fisch, Fleisch oder auch Walnüsse. Pyridoxin ist notwendig für die Bildung roter Blutkörperchen, einen normalen Eiweißstoffwechsel und ebenso wie Vitamin B₁₂ ein wichtiger Partner für Folate/Folsäure.

Cobalamin (Vitamin B₁₂)
Cobalamin wird bei der Bildung der roten Blutkörperchen gebraucht und unterstützt die Zellteilung. Zudem trägt es zur Funktion des Nerven- und Immunsystems bei und reguliert den Folsäure-Stoffwechsel. In der Schwangerschaft benötigen Sie täglich 3,5 Mikrogramm. Cobalamin finden Sie vorrangig in Fleisch, Fisch und Milchprodukten.

Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die als wichtiger Baustein für alle Zellmembranen benötigt werden. Besonders wichtig ist die Docosahexaensäure (DHA). Sie wird in den Nervenzellen und in der Netzhaut des Auges angereichert und unterstützt die normale Entwicklung des Gehirns und der Augen des Kindes. Die positive Wirkung stellt sich ein, wenn Schwangere und Stillende zusätzlich zu der für Erwachsene empfohlenen Tagesdosis von 250 Milligramm Omega-3-Fettsäuren (DHA und EPA = Eicosapentaensäure) täglich 200 Milligramm DHA einnehmen.

  • Funktion

    Wichtig für alle Zellmembranen; unterstützt die Entwicklung der Augen und des Gehirns des Babys

  • Vorkommen

    Fetter Seefisch. Die eigentliche Quelle sind jedoch Algen, von denen sich die Seefische ernähren, wenn sie in ihrer natürlichen Umwelt leben. Fische aus konventioneller Aquakultur enthalten daher häufig weniger DHA als Wildfische.

  • EMPFOHLENE VERZEHRMENGE PRO TAG

    200 Milligramm DHA

Eisen

Der Mikronährstoff Eisen ist ein wichtiger Bestandteil bei der Bildung der roten Blutkörperchen, die den Sauerstoff durch den Körper transportieren. Durch den Anstieg des mütterlichen Blutvolumens sowie durch das Wachstum von Fötus und Plazenta haben Schwangere einen erhöhten Bedarf. Eine ausreichende Versorgung trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Erschöpfung bei. Am besten verwerten kann der Körper Eisen in Verbindung mit Vitamin C. Koffein und Milchprodukte dagegen hemmen die Aufnahme.

  • Funktion

    Hat eine Funktion bei der Zellteilung. Unterstützt den Energiestoffwechsel und die Immunfunktion.

  • Vorkommen

    Rotes Fleisch, Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse, verschiedene Getreide.

  • EMPFOHLENE VERZEHRMENGE PRO TAG

    30 Milligramm für Schwangere, 20 Milligramm für Stillende

Jod

Seefische enthalten JodDas Spurenelement Jod trägt im menschlichen Körper zur gesunden Funktion der Schilddrüse bei. Die Schilddrüse sorgt für den Energiestoffwechsel in den Zellen. Außerdem ist sie an der Steuerung des Wachstums und der Entwicklung des kindlichen Gehirns beteiligt.

Zu beachten:
Die generelle Unterversorgung mit Jod ist in Deutschland in den vergangenen Jahren durch Anreicherungen in Salz und Mehl zurückgegangen. Trotzdem liegt die durchschnittlich verzehrte Menge noch unter der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen täglichen Zufuhrmenge. Daher sollten Schwangere täglich 100 – 150 Mikrogramm Jod zusätzlich zur Nahrung zuführen.

Zink

Dieses Spurenelement trägt bei beiden Geschlechtern zur Fruchtbarkeit und zur Fortpflanzungsfähigkeit bei. Deshalb sollte die ausreichende Zufuhr schon in der Kinderwunsch- Phase sichergestellt werden. Zink kann die körpereigene Produktion des männlichen Hormons Testosteron beeinflussen und so die Qualität und Beweglichkeit der männlichen Spermien unterstützen. Bei Frauen ist Zink wichtig für die Bildung der weiblichen Hormone Östrogen und Progesteron. Beide Hormone spielen bei der Fortpflanzung eine wichtige Rolle. Zink ist zudem schon zu Beginn der Schwangerschaft von großer Bedeutung, da es für die Zellteilung und somit das Wachstum des Fötus notwendig ist.

  • Funktion

    Zink unterstützt die normale Fruchtbarkeit und trägt zu einer normalen DNA-Synthese bei. Es unterstützt außerdem einen normalen Stoffwechsel und die normale Funktion des Immunsystems.

  • Vorkommen

    Austern, rote Fleischsorten, Weizen, Sonnenblumenkerne, Haferflocken, Käse, Linsen und Nüsse. Generell kann der Körper Zink aus tierischen Quellen besser verarbeiten.

  • EMPFOHLENE VERZEHRMENGE PRO TAG

    10 Milligramm für Schwangere

Selen

Selen gehört zu den Halbmetallen und ist eins der stärksten Antioxidantien. Es gilt als essenzielles Spurenelement und ist somit ein lebensnotweniger Stoff, den der Mensch dem Körper über die Nahrung zuführen muss. Selen kann die Fruchtbarkeit von Männern und auch von Frauen beeinflussen. Aus diesem Grund sollte bereits in der Kinderwunsch- Phase ausreichend Selen zugeführt werden. Ein Mangel an Selen kann beim Mann die Aktivität der Spermien beeinträchtigen. Im weiblichen Organismus unterstützt es die gesunde Entwicklung kräftiger Eizellen.

  • Funktion

    Unterstützt den Schutz der Zellen vor oxidativem Stress; beteiligt am Stoffwechsel der Schilddrüsenhormone.

  • Vorkommen

    Paranüsse, Fleisch, Fisch, Ei, Brokkoli, Weißkohl, Knoblauch, Zwiebeln, Pilze, Spargel und Hülsenfrüchte.

  • EMPFOHLENE VERZEHRMENGE PRO TAG

    60 Mikrogramm für Schwangere, 75 Mikrogramm für Stillende

Vitamin D

Vitamin DVitamin D spielt eine wichtige Rolle im Calciumstoffwechsel und trägt zur Erhaltung eines gesunden Immunsystems bei. In unseren geografischen Breiten kann Vitamin D etwa zwischen April und Ende September in den Hautzellen unter dem Einfluss von Sonnenlicht in ausreichender Menge gebildet werden.

Zu beachten:
In den Sommermonaten kann die Vitamin D-Bildung in der Haut bei Verwendung von Hautcremes mit Lichtschutzfaktor beeinträchtigt sein. Diese filtern die für die Vitamin D-Synthese notwendigen Wellenlängen des Lichtes heraus.

Vitamin A

Vitamin A ist wichtig für die Gesundheit der Mutter und die Entwicklung des Kindes. Es trägt unter anderem zur Erhaltung einer normalen Sehkraft bei und ist zudem wichtig für die normale Funktion des Immunsystems und die Zellspezialisierung. Vitamin A kommt ausschließlich in tierischen Lebensmitteln, wie z.B. Milch, Eiern und vor allem Leber vor. Der menschliche Körper ist in der Lage, die Vorstufen des Vitamins (Pro-Vitamin A oder Beta-Carotin) - die vorwiegend in Obst und Gemüse wie z.B. Brokkoli vorkommen - in Vitamin A umzuwandeln. Die Menge an Vitamin A wird in Retinoläquivalenten (RE) angegeben. Dabei entsprechen 1mg RE 6mg Beta-Carotin. Wer sich ausschließlich vegetarisch ernährt, sollte entsprechend darauf achten und umrechnen.

  • Funktion

    Trägt zur Erhaltung der Sehkraft, zur Zellspezialisierung und zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.

  • Vorkommen

    Tierische Lebensmittel wie z.B. Eier, Käse

  • EMPFOHLENE VERZEHRMENGE PRO TAG laut DGE

    1100 Mikrogramm Vitamin A für Schwangere ab dem 4. Monat, 1500 Mikrogramm für Stillende

Zu beachten:
Während der Schwangerschaft ist der Bedarf an Vitamin A höher als gewöhnlich. Es ist in dieser Zeit besonders wichtig, dass Mutter und Kind ausreichend mit Vitamin A versorgt werden, da es einen wichtigen Einfluss auf die Entwicklung des Kindes hat. Allerdings sollte man während der Frühschwangerschaft auch darauf achten, nicht zu viel Vitamin A zu sich zunehmen, da es bei einer zu hohen Dosis zu teratogenen Effekten (wie Fehlbildungen) beim Kind kommen kann.
Als sichere Tageshöchstgrenze wird von der EFSA** 3000 Mikrogramm Vitamin A festgelegt. In Elevit® 1 sind 770 Mikrogramm Vitamin A enthalten. In Elevit® 2 sind 770 RE in Form von Beta-Carotin enthalten.




* Metafolin® ist eine eingetragene Marke der Merck KGaA, Darmstadt, Germany
** Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit