Muttermilch: Das steckt drin und tut deinem Baby gut! | elevit.de

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Muttermilch: Das steckt alles drin

Muttermilch ist perfekt auf die Bedürfnisse deines Babys abgestimmt. Lies hier, welche Inhaltsstoffe sie so wertvoll machen und wie du dein Baby durch Stillen optimal vor Krankheiten und Allergien schützen kannst.

Muttermilch

Mutter mit Baby

Muttermilch - was sie so kostbar macht

Direkt nach der Geburt produziert jede Mutter eine Kolostrum genannte, extrem gehaltvolle Vormilch, die dem Baby hilft, seine Abwehr aufzubauen, den ersten Stuhl abzusetzen (aufgrund seiner tiefschwarzen Farbe „Kindspech“ genannt) und vor Gelbsucht schützt. Im weiteren Verlauf passt sich die Muttermilch perfekt den jeweiligen Bedürfnissen an, sodass dein Kind optimal wachsen und gedeihen kann. Selbst im Krankheitsfall reagiert die Muttermilch und versorgt dein Baby mit Abwehrstoffen. Ab dem sechsten Monat lässt der Nährstoffgehalt der Muttermilch langsam nach. Für dich ein Signal, dass es Zeit ist, nun feste Nahrung zuzufüttern.

Zusammensetzung

Zusammensetzung der Muttermilch 

Muttermilch ist die natürlichste und gesündeste Nahrung, die du deinem Baby geben kannst. Wissenschaftler haben untersucht, was alles in der Muttermilch steckt. Herausgekommen ist ein Cocktail aus über tausend Substanzen, die in den einzelnen Entwicklungsphasen deines Babys genau aufeinander abgestimmt werden. Auf 100 Gramm hat Muttermilch einen Nährwert von rund 67 Kalorien. Forscher der US-amerikanischen Harvard University haben allerdings herausgefunden, dass Muttermilch für Jungen einen höheren Fett- und Kaloriengehalt aufweist. Mädchen trinken dafür allerdings eine größere Menge. Muttermilch setzt sich zusammen aus sieben Gramm Kohlenhydraten, vier Gramm Fett und 1,2 Gramm Protein. 

INFOKASTEN

    • 7 % Kohlenhydrate, 1 % Eiweiß, 4 % Fett
    • Laktose zur Unterstützung der Darmbakterien
    • Hoher Cholesterinanteil für eine rasche Gehirnentwicklung
    • Weiße Blutkörperchen zur Vernichtung von Bakterien, Pilzen und Viren
    • Antikörper, die dem Kind bei der spezifischen Abwehr von Krankheitserregern helfen („Nestschutz“)
    • Wasser
    • Laktose
    • Abermillionen lebender Zellen: 
    • Neben den bereits erwähnten weißen Blutkörperchen sind auch jede Menge Stammzellen enthalten, die bei deinem Baby die Organentwicklung unterstützen. 
    • Proteine: 
      Rund 1000 verschiedene Proteine lassen sich in Muttermilch nachweisen. Sie aktivieren das Immunsystem des Babys, schützen die Neuronen im Gehirn und unterstützen das Wachstum. Alle dieser Proteine bestehen aus Aminosäuren, insgesamt über 20 verschiedene Verbindungen. 
    • Oligosaccharide: 
      200 verschiedene komplexe Zuckermoleküle wirken als Präbiotika im Darm deines Babys und helfen, Infektionen vorzubeugen.
    • Enzyme: 
      Über 40 Enzyme sind in Muttermilch nachweisbar. Sie helfen deinem Baby bei der Verdauung und der Aufnahme von Eisen.
    • Immunstoffe: 
      Neben den weißen Blutkörperchen und den Oligosacchariden enthält Muttermilch noch jede Menge weiterer Immunstoffe wie Fresszellen, Immunglobuline (Antikörper), Lymphozyten, aktivierte Plasmaproteine, Lysozym, Laktoferrin, Laktoperoxidase, Fibronektin, Glykoproteine, antimikrobielle Substanzen.
    • Carbonsäuren
    • Wachstumsfaktoren
    • Hormone
    • Vitamine A, B, D und K sowie die Mineralstoffe Natrium, Kalium, Eisen, Kupfer, Zink, Jod, Selen
    • 400 Micro-RNA: 
      Diese Stoffe fördern die Genexpression, unterstützen das Immunsystem und wirken bei der Veränderung deiner Brust mit.
    • Bakterien: Sie helfen deinem Baby bei der Verdauung. 

    Die Zusammensetzung der Muttermilch variiert nicht nur in den einzelnen Lebensmonaten deines Kindes, sondern von Mahlzeit zu Mahlzeit und sogar innerhalb einer Stillmahlzeit. Es lassen sich jedoch drei große Phasen ausmachen:

    Kolostrum

    Die erste Milch, die schon während der Schwangerschaft gebildet wird und dem Baby die ersten drei Tage nach der Geburt zur Verfügung steht, wird als Kolostrum bezeichnet. Die am Anfang produzierte Menge beträgt nur 40 bis 50 ml pro Tag, was jedoch ausreichend ist, da der Magen deines Babys nur so groß wie eine Murmel ist. Der Anteil an weißen Blutkörperchen und Antikörpern ist im Kolostrum sehr hoch, damit dein Baby in den ersten Tagen vor Infektionen und Krankheiten geschützt wird. Das Kolostrum versiegelt zusätzlich die noch durchlässige Darmschleimhaut. Besonders hoch ist die Konzentration an Vitamin A, E und K. Auch der Proteingehalt ist höher als in reifer Muttermilch. Fett und Kohlenhydrate sind hingegen reduziert, damit diese Milch leichter verdaulich wird. Kolostrum hat zudem eine abführende Wirkung, damit dein Baby seinen ersten Stuhlgang, das sogenannte Kindspech, ausscheiden kann.

    Übergangsmilch

    Nach einigen Tagen wirst du bemerken, wie die Menge deiner Muttermilch zunimmt und deine Brüste deutlich anschwellen. Am dritten Lebenstag trinkt dein Baby schon zwischen 300 und 400 ml am Tag, nach einer Woche 500 bis 800 ml. Bis zum Tag 14 sprechen Ärzte und Hebammen von der Übergangsmilch. Der Fett- und Kaloriengehalt steigt jetzt an, außerdem wird die Konzentration an Laktose höher. Daneben sind weiterhin Antikörper, schützende Zellen, bioaktive Inhaltsstoffe und jede Menge gesunder Bakterien enthalten, die deinem Baby helfen zu wachsen.

    Welche Farbe hat Muttermilch?

    Das Kolostrum ist sehr dickflüssig und hat eine gelbliche Farbe, weshalb es manchmal auch "flüssiges Gold" genannt wird. Dieser Gelbton verliert sich bei der Übergangsmilch, die mehr weißlich gefärbt ist und eine milchige, fast rahmige Konsistenz aufweist. Die reife Milch ist in der Regel weißlich, kann jedoch manchmal auch einen blauen Ton annehmen. Bei der reifen Milch fließt zunächst eine wässrige Vormilch, die allmählich dicker wird und einen höheren Fettgehalt aufweist. Da erst diese Milch dein Kind richtig sättigt, sollte es mindestens zehn Minuten lang an einer Brust trinken.

    Reife Muttermilch

    Nach der zweiten Lebenswoche deines Kindes bildet sich die reife Milch, die reich an Proteinen, Mineralien, bioaktiven Inhaltsstoffen, Vitaminen und Zucker ist. Dieser Cocktail ist so zusammengesetzt, das Gedeihen deines Babys noch besser zu fördern. Ab diesem Zeitpunkt bleibt der Nährstoffgehalt und die Konzentration der Inhaltsstoffe relativ konstant. Reife Milch ist dünnflüssiger, da sie einen höheren Gehalt an Wasser aufweist. Der Zuckergehalt nimmt jedoch ab. Bis zum siebten Lebensmonat deckt dein Baby noch 93 Prozent seines Tagesbedarfs mit Muttermilch, zwischen 11 und 16 Monaten ist es immerhin noch die Hälfte.

    Eine Mutter stillt ihr Baby

    Wie hoch ist der Fettgehalt in Muttermilch

    Wie hoch ist der Fettgehalt in Muttermilch? 

    Während Kolostrum nur drei Prozent Fett hat, weisen die Übergangsmilch sowie die reife Milch einen Gehalt von vier Prozent auf. Damit kann ein Neugeborenes 50 Prozent seines Energiebedarfs decken. Das Fett in der Muttermilch besteht größtenteils aus Triglyceriden. Mit einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren kann Kalzium, welches Knochen- und Zahnwachstum unterstützt, besonders leicht aufgenommen werden. Muttermilch wird von deinem Baby in zwei Stunden verdaut, im Vergleich dazu braucht Kuhmilch vier Stunden.

    Schützt Muttermilch vor Allergien?

    Schützt Muttermilch vor Allergien?

    Die Mutter umarmt ihr Baby an die Brust

    Muttermilch ist die bestmögliche Nahrung für dein Baby. Wie Studien gezeigt haben, reduziert sich das Allergierisiko bei Kindern, die in den ersten vier bis sechs Monaten voll gestillt wurden, deutlich. Vor allem das Risiko, an Neurodermitis sowie einer Kuhmilchallergie zu erkranken sinkt durch das Stillen.
    Oft vermuten Mütter, dass ihr Kind auf Muttermilch allergisch reagiert. In diesen Fällen handelt es sich jedoch nicht um eine Muttermilchallergie, sondern das Baby reagiert allergisch auf Nahrungsbestandteile, die im Essen der Mutter waren und so in die Muttermilch gelangt sind. Ein Verzicht auf Kuhmilchprodukte kann hilfreich sein.

    Die Abwehrstoffe in Muttermilch

    Muttermilch besitzt von Anfang an viele immunfördernde Bestandteile, die helfen, die Abwehr deines Babys zu stärken. Daneben passt sie sich den Bedürfnissen deines Kindes an. Wird dein Baby einmal krank, produziert die Mutter über die Muttermilch natürliche Antibiotika, die dem Baby helfen, besser mit dem Infekt klarzukommen. Laut einer Studie der Arizona State University ist das möglich, weil die Brustwarzen den Speichel des Kindes aufnehmen und der Körper der Mutter direkt reagieren kann. Übrigens können dank der Abwehrstoffe in Muttermilch auch kleine Verletzungen und äußerliche Entzündungen gut behandelt werden. Tropfe einfach etwas Muttermilch auf die betroffenen Stellen.