Viele Frauen begeben sich erst spät auf die Suche nach einer Hebamme. Jedoch leisten sie viel mehr als nur Geburtshilfe und Nachsorge. Lesen Sie hier, wie Sie schon in der Schwangerschaft von einer Hebamme profitieren.

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    Ob und ab wann eine Hebamme sinnvoll ist, hängt vor allem davon ab, welche Leistungen der Hebamme Sie überhaupt in Anspruch nehmen möchten. Soll eine Hebamme Sie während der gesamten Schwangerschaft begleiten, ist es empfehlenswert, bereits bei den ersten Schwangerschaftsanzeichen mit der Suche zu beginnen; wünschen Sie lediglich Unterstützung bei der Nachsorge, kann die Wahl der passenden Hebamme auch erst zu Beginn des letzten Schwangerschaftsdrittels erfolgen.

    Die Hebamme als wichtige Ratgeberin in der Schwangerschaft

    Ist ein Baby unterwegs, stellen sich besonders Erstgebärenden von Anfang an viele Fragen. Auch Unsicherheit und Angst vor dem Krankenhaus und der Geburt sind häufig. Daher wünschen sich viele Schwangere eine Bezugsperson, die sie persönlich betreut und ihnen jederzeit mit Rat und Tat zur Seite steht. Eine Hebamme kümmert sich während der gesamten Schwangerschaft um Sie. Sie beantwortet aufkommende Fragen und geht einfühlsam auf Ihre Sorgen und Nöte ein. Sie berät Sie zudem bei Schwangerschaftsbeschwerden wie Morgenübelkeit, Blähungen oder Rückenschmerzen. Die meisten Frauen ziehen die gemütliche, ruhige Atmosphäre in der Hebammenpraxis dem lebhaften Betrieb beim Frauenarzt vor. Es fällt ihnen hier leichter, Vertrauen zu fassen und offen über ihre Gedanken und Sorgen zu sprechen.

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    Für die Vorsorge – ab wann eine Hebamme suchen?

    Verläuft Ihre Schwangerschaft normal und unauffällig, haben Sie die Möglichkeit, die Schwangerschaftsvorsorge komplett von der Hebamme übernehmen zu lassen. In diesem Fall müssen Sie nur die Ultraschalluntersuchungen bei einem Frauenarzt durchführen lassen. Diese drei Basisuntersuchungen finden gewöhnlich während

    • der 9. und 12. Schwangerschaftswoche,
    • der 19. und 22. Schwangerschaftswoche sowie
    • der 29. und 32. Schwangerschaftswoche statt.

    Liegen besondere medizinische Gründe vor, können weitere Ultraschalluntersuchungen notwendig werden.

    Bei einer Hebamme Rat zu finden, heißt nicht, komplett auf ärztlichen Beistand zu verzichten.

    Die übrige Vorsorge übernimmt die Hebamme. Die Antwort auf die Frage, ab wann Sie Ihre Hebamme suchen sollten, lautet in diesem Fall: so früh wie möglich. Wenn Sie erste Anzeichen wie das Ausbleiben der Periode, Ziehen in den Brüsten oder Übelkeit bemerken und/oder wenn ein Schwangerschaftstest positiv ausgefallen ist, können Sie bereits damit beginnen, eine Hebamme zu finden. Sie ist durch ihre medizinischen Fachkenntnisse ebenso wie ein Arzt dazu befähigt, die Schwangerschaft festzustellen und den Mutterpass auszustellen.

    Zusätzlich wird eine Hebamme beim Vorsorgetermin

    • Ihren Blutdruck und Ihr Gewicht kontrollieren
    • Blutuntersuchungen durchführen
    • Ihren Urin auf Zuckergehalt und Eiweiß testen
    • die Herztöne des Babys abhorchen
    • bei fortschreitender Schwangerschaft durch geübtes Tasten Lage und Größe des Kindes bestimmen.

    Wichtig: Sollte die Hebamme Komplikationen oder Unregelmäßigkeiten feststellen, wird sie Sie auf jeden Fall zu einem Frauenarzt überweisen.

    Bei einer Hebamme Rat zu finden heißt demnach nicht, komplett auf ärztlichen Beistand zu verzichten. Bei der Vorsorge durch die Hebamme beschränkt dieser sich jedoch im Normalfall auf ein Minimum. Das soll die Eigenständigkeit und das Selbstvertrauen der Schwangeren fördern. Immerhin sind Sie als gesunde Schwangere nicht krank. Sie erwarten „nur“ ein Baby.

    Der Geburtsvorbereitungskurs

    Während des Kurses vermittelt Ihnen die Hebamme wichtige Informationen über den Verlauf von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett.

    Eine weitere äußerst hilfreiche Leistung der Hebammen sind Geburtsvorbereitungskurse. Hierbei haben Sie die Wahl zwischen unterschiedlichen Kursangeboten:

    • Kurse nur für Schwangere
    • Paar-Kurse für beide Elternteile
    • Auffrischungskurse für Mütter, die bereits ein oder mehrere Kinder bekommen haben.

    Hebammenwahl

    Während des Kurses vermittelt Ihnen die Hebamme wichtige Informationen über den Verlauf von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Sie gibt Tipps zu Bewegung in der Schwangerschaft, zeigt Ihnen Entspannungs- und Atemübungen für die Geburt und klärt Sie über unterschiedliche Geburtsarten und -positionen auf. Auch erste Tipps für die Stillzeit und die Pflege des Säuglings gehören dazu.

    Die Hebamme während der Geburt

    Egal, ob Sie Ihr Kind zu Hause, im Geburtshaus oder in der Klinik zur Welt bringen möchten: Auch während der Geburt ist die Hebamme Ihre wichtigste Ansprechpartnerin. Wenn Sie Ihre Vorsorge bei ihr gemacht haben, kann sie unter Umständen auch als Beleghebamme mit in den Kreißsaal kommen. Das bedeutet, dass Sie diese wichtige Zeit mit jemandem durchleben, den Sie gut kennen. Das kann besonders dann von Vorteil sein, wenn Sie zum ersten Mal ein Kind bekommen und/oder Angst vor der Geburt haben. Bei der Hebamme Ihres Vertrauens finden Sie die nötige Ruhe und Geborgenheit, um sich den besonderen Anforderungen der Geburt gut gerüstet stellen zu können. Informieren Sie sich frühzeitig darüber, ob es in Ihrer Klinik möglich ist, die eigene Hebamme mitzubringen.

    Eine Hebamme darf eine Geburt von der Wehentätigkeit bis zur Abnabelung des Neugeborenen komplett alleine betreuen.

    Wichtig: Wenn Sie für die Schwangerschaftsvorsorge keine eigene Hebamme suchen wollen, stehen Ihnen im Kreißsaal festangestellte Fachkräfte rund um die Uhr zur Verfügung.

    Auch diese werden Sie bei der Geburt nach Kräften unterstützen und Ihrem Baby dabei helfen, zur Welt zu kommen. Übrigens: Eine Hebamme darf eine Geburt von der Wehentätigkeit bis zur Abnabelung des Neugeborenen komplett alleine betreuen. Ein Arzt muss dagegen bei jeder Geburt eine Hebamme dazu holen. Er hat laut Gesetz eine Hinzuziehungspflicht.

    Für die Nachsorge – ab wann muss ich eine Hebamme suchen?

    Die Betreuung durch die Hebamme schließt in der Regel mit den Besuchen bei den Wöchnerinnen zu Hause ab. Die Krankenkassen bezahlen in den ersten zehn Tagen einen oder bei Bedarf sogar zwei Hausbesuche täglich. Darüber hinaus haben Sie in den ersten acht Wochen ein Anrecht auf bis zu 16 weitere Besuche. Bei diesen Visiten kontrolliert die Hebamme die Wundheilung, das Trinkverhalten und das Gewicht des Kindes und gibt Ratschläge zur Säuglingspflege und dem Stillen. Sie sollten rechtzeitig damit beginnen, eine für die Nachsorge geeignete Hebamme zu suchen. Fangen Sie idealerweise bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel damit an.

    Wenn Sie sich erst in der Klinik entscheiden, von diesem Angebot Gebrauch zu machen, helfen Ihnen die Fachkräfte auf der Wöchnerinnenstation dabei, eine Hebamme zu finden. Oftmals übernimmt die Hebamme, die Sie entbunden hat, diese Hausbesuche.

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