Schwanger werden nach Verhütung: Das müssen Sie wissen

Haben Sie in den letzten Jahren ein Verhütungsmittel wie die Pille, die Spirale oder die Dreimonatsspritze genutzt, möchten nun aber ein Kind bekommen? Dann müssen Sie sich ein wenig in Geduld üben.

 

Geduld ist das Zauberwort

Für die meisten Frauen ist eine sichere Verhütung heute selbstverständlich, um eine ungewollte Schwangerschaft zu vermeiden. Erwacht dann der Kinderwunsch, muss das Verhütungsmittel der Wahl natürlich abgesetzt werden. Manchmal geht es schnell, bis sich nach der Zeit der Verhütung ein "Volltreffer" einstellt, doch manchmal kann es frustrierend lange dauern, und viele Frauen befürchten schon, dass es nicht klappt.

Dabei ist meist nur etwas Geduld erforderlich, denn der Körper benötigt Zeit, um sich umzustellen. Möchten Sie nach der Pille schwanger werden, müssen Sie zunächst auf hormonelle Turbulenzen gefasst sein, bis sich der Hormonspiegel wieder auf dem gewohnten Niveau eingependelt hat. Das Gleiche gilt auch für andere hormonelle Verhütungsmittel wie die Hormonspirale und die Dreimonatsspritze. Bei dieser liefert schon der Name Informationen über ihre Wirkungsdauer: Möchten Sie nach der Dreimonatsspritze schwanger werden, müssen Sie den Ablauf der drei Monate abwarten, ehe Sie sich den Kinderwunsch erfüllen können.

Ärztin sitzt mit Frau am Tisch

Allgemein gilt für die Absetzung hormoneller Verhütungsmittel, dass Sie Ihrem Körper Zeit gönnen sollten, um den Hormonspiegel auszugleichen. Auch die Konsistenz von Zervixschleim und Gebärmutterschleimhaut wird sich über einige Wochen hinweg ändern. Je mehr Zeit Sie sich für die Befruchtung lassen, desto bessere Bedingungen zum Einnisten wird die Eizelle vorfinden, wenn Sie nach der Pille oder einem anderen hormonellen Verhütungsmittel schwanger werden.

Kinderwunsch und Schwangerschaft nach der Pille

Schwanger werden nach der Pille kann mehrere Wochen dauern. Gynäkologen raten dazu, die Pille nicht von heute auf morgen abzusetzen, sondern eine angefangene Monatspackung aufzubrauchen. Dadurch wird der monatliche Zyklus abgeschlossen, was dem Risiko von Zwischenblutungen vorbeugt.

Die meisten Frauen erleben nach dem Absetzen der Pille hormonelle Turbulenzen, denn dem Körper fehlen zunächst einmal die künstlich zugeführten Östrogene und Gestagene der Pille. Bis sich der Hormonhaushalt wieder ausbalanciert hat, kann es zu diversen Beschwerden wie Pickeln, Haarausfall und Kopfschmerzen kommen. Es dauert etwa vier bis sechs Wochen, bis die letzten künstlichen Hormone der Antibabypille abgebaut sind und der Körper zu seinem natürlichen Rhythmus zurückfindet.

Biologisch gesehen können Sie direkt nach dem Absetzen der Pille schwanger werden. Allerdings ist das Risiko einer Fehlgeburt dann stark erhöht, weil die Gebärmutterschleimhaut noch nicht wieder bereit zur Aufnahme einer befruchteten Eizelle ist. Als Teil der verhütenden Wirkung der Pille sorgen die Gestagene dafür, dass sich die Schleimhaut extrem verdünnt. Erst nach einigen Wochen hat sie ihre natürliche Konsistenz wieder erreicht.

Ehe Sie nach der Pille schwanger werden, sollten Sie nach dem Absetzen etwa vier Wochen lang auf andere Verhütungsmittel wie Kondome setzen. Dann ist Ihr Körper optimal aufnahmebereit für ein neues Leben, und Ihr Kinderwunsch wird sich hoffentlich bald erfüllen.

Schwanger werden nach Entfernung der Spirale

Bei der Spirale wird zwischen zwei verschiedenen Varianten unterschieden. Die Hormonspirale sorgt für eine Verdünnung der Gebärmutterschleimhaut, sodass sich keine Eizelle darin einnisten kann. Zugleich wird der Zervixschleim undurchlässiger und hindert eindringende Spermien daran, die Eizelle zu erreichen. Es ist fast unmöglich, mit der Hormonspirale schwanger zu werden, und anders als bei der Pille wird der natürliche Zyklus beibehalten.

Schwanger zu werden nach der Spirale ist dagegen kein Problem: Sobald die Hormonspirale entfernt wurde, ist eine Schwangerschaft wieder möglich. Anders als bei der Pille verursacht die Entfernung keine großen hormonellen Schwankungen, da der körperliche Hormonhaushalt weit weniger stark von der Spirale beeinflusst wird. Sie können also damit rechnen, dass Sie Ihrem Alter entsprechend schnell schwanger werden nach der Hormonspirale.

Die Kupferspirale zählt nicht zu den hormonellen Verhütungsmitteln. Sie gibt eine winzige Menge Kupfer ab, die ebenfalls Einfluss auf die Gebärmutterschleimhaut und den Zervixschleim nimmt. Wie bei der Hormonspirale ist auch das schwanger werden nach der Kupferspirale grundsätzlich kein Problem.

Allgemein ist es ratsam, ein oder zwei Wochen zu warten, ehe Sie versuchen, nach der Spirale schwanger zu werden. In dieser Zeit kann die Gebärmutterschleimhaut wieder ihre gewohnte dicke Konsistenz entwickeln und ist dann aufnahmebereiter für eine Eizelle.

Schwanger nach der Dreimonatsspritze

Möchten Sie nach der Dreimonatsspritze schwanger werden, liegt es auf der Hand, dass Sie den Ablauf der drei Monate abwarten müssen. Mit der Spritze wird das Hormon Gestagen in den Körper gespritzt, das die Gebärmutterschleimhaut so stark verdünnt, dass sich keine Eizelle einnisten kann. Auch verdickt sich der Zervixschleim, sodass Spermien nicht mehr eindringen können.

Während viele Frauen diese Methode bevorzugen, weil sie sich nur alle drei Monate Gedanken um die Verhütung machen müssen, gibt es allerdings auch keine Möglichkeit, die Verhütung zwischendurch zu beenden. Sie müssen außerdem damit rechnen, dass Sie nach der Dreimonatsspritze nicht schnell schwanger werden: Aufgrund der hohen Dosierung des Hormons kann es mehrere Monate dauern, bis Ihre Fruchtbarkeit wieder auf dem normalen Niveau und die Gebärmutterschleimhaut aufnahmebereit für eine Eizelle ist.

Fazit

  • Von den hormonellen Verhütungsarten können Sie am leichtesten nach der Hormonspirale schwanger werden.
  • Daneben können Sie generell auch leicht schwanger werden nach der Pille, wobei Sie hier Ihrem Körper etwas mehr Zeit zur hormonellen Umstellung geben sollten.
  • Am längsten dauert es nach dem Absetzen der Dreimonatsspritze. Diese sollten Sie nur anwenden, wenn Sie sehr sicher sind, dass in den kommenden Monaten kein Kinderwunsch erwacht.

 

Kinderwunsch nach Schwangerschaft oder Fehlgeburt

Möchten Sie nach einer Schwangerschaft, einer Fehlgeburt oder einer Abtreibung wieder schwanger werden, ist das generell möglich. Lesen Sie, auf was Sie achten sollten und welche Risiken bestehen.

Babyhand hält Daumen fest

Die Schwangerschaft ist für jede Frau eine einzigartige und aufregende Zeit voller Veränderungen – aber sie ist auch anstrengend für den Körper. Dennoch wünschen sich viele Eltern direkt im Anschluss an das erste ein zweites Kind. Auch eine erneute Schwangerschaft nach einer Fehlgeburt oder Abtreibung ist der Wunsch vieler Frauen. Rein biologisch betrachtet, spricht grundsätzlich nichts dagegen.

Eine erneute Schwangerschaft nach einer Fehlgeburt oder Abtreibung ist grundsätzlich möglich.

Kinderwunsch und schwanger nach Geburt – wann möglich?

In der Regel können Frauen unmittelbar nach einer vorherigen Schwangerschaft ein weiteres Kind erwarten. Sobald sich der Hormonhaushalt wieder normalisiert und sich der erste Eisprung ereignet hat, kann eine Frau wieder schwanger werden. Bei nicht-stillenden Müttern ist das zwischen der fünften Woche und dem dritten Monat der Fall. Bei stillenden Müttern kann sich der Eisprung zeitlich etwas nach hinten verzögern, oft sogar bis zu einem Jahr nach der Geburt. Die Häufigkeit und Intensität des Stillens sind wesentliche Faktoren für diese Verzögerung, denn das Milch-bildende Hormon Prolaktin vermindert die Aktivität der Eierstöcke und hemmt somit den Eisprung. Stillt eine Frau ihr Neugeborenes sechs- bis zehnmal am Tag, gilt eine erneute Schwangerschaft im ersten halben Jahr als äußert unwahrscheinlich. Befindet sich der Hormonhaushalt wieder im Gleichgewicht, ist mit einem Eisprung zu rechnen. Der Körper gibt damit ein klares Zeichen: Er ist bereit für eine erneute Schwangerschaft, einem erneuten Kinderwunsch steht rein biologisch nichts im Wege.

Schwanger mit Kleinkind – freudige Herausforderung

Erneut schwanger zu sein und bereits ein Kleinkind zu haben, ist schön, aber auch eine Herausforderung. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist jetzt das A und O. Schließlich ist der Körper der Frau während der Schwangerschaft und nach der Geburt einer hohen Beanspruchung ausgesetzt. Die zurückliegenden Monate haben dem Organismus einiges abverlangt. Er braucht Erholung und muss Energie tanken. Zur Unterstützung ist es sinnvoll, zusätzlich Multivitaminpräparate und Eisen einzunehmen. Auch auf eine ausreichende Zufuhr von Calcium und Magnesium ist zu achten. Speziell entwickelte Präparate für Frauen, die während der Schwangerschaft und Stillzeit den erhöhten Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen decken, sind dann empfehlenswert. Möchten Sie Ihr Kind in der Schwangerschaft weiter stillen, wirkt sich das nicht negativ auf die Entwicklung des ungeborenen Kindes aus. Wird es Ihnen zu viel, sollten Sie abstillen.

Schwanger nach Fehlgeburt

Etwa 15 bis 20 Prozent aller festgestellten Schwangerschaften enden in einer Fehlgeburt. Der Kinderwunsch nach der Fehlgeburt ist häufig noch größer als vorher. Das kann einen starken psychischen Druck verursachen, obwohl eine Schwangerschaft rein biologisch mit dem nächsten Eisprung wieder möglich ist. Der Zeitpunkt für den ersten Eisprung nach der Fehlgeburt ist abhängig von der Schwangerschaftswoche, in der die Fehlgeburt stattgefunden hat – häufig nach etwa zwei bis acht Wochen. Ärzte raten häufig zu einer Wartezeit von mindestens drei Monaten. So können Sie sich physisch und vor allem psychisch von dem tragischen Erlebnis erholen. Denn erst, wenn Sie die Fehlgeburt verarbeitet haben, können Sie sich auf das neue freudige Lebensereignis einlassen.

Angst vor einer erneuten Fehlgeburt besiegen

Die Angst vor einer erneuten Fehlgeburt ist so natürlich wie die Fehlgeburt an sich. Medizinisch gesehen gilt eine Schwangerschaft nach einer Fehlgeburt als Risikoschwangerschaft. Doch Sie sollten sich davon nicht verrückt machen lassen. Selbst nach mehreren Fehlgeburten kann mit gezielter Ursachenforschung und individueller Behandlung das Risiko für einen weiteren ungewollten Schwangerschaftsabbruch gesenkt werden. Positives Denken ist jetzt wichtig!

Schwanger werden nach Fehlgeburt – Tipps

  • Akzeptieren Sie eine frühere Fehlgeburt und blicken Sie positiv in die Zukunft.
  • Achten Sie auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung.
  • Verzichten Sie auf Genussmittel wie Tabak oder Alkohol.
  • Vermeiden Sie Stress und gönnen Sie sich und Ihrem Körper Erholung.
  • Unterstützen Sie Ihren Körper mit Multivitaminpräparaten
  • Holen Sie sich Hilfe von der Familie und Freunden.
  • Bewegen Sie sich an der frischen Luft (z. B. Spazierengehen, leichtes Joggen oder Yoga)

Schwanger nach Eileiterschwangerschaft

Ob eine Schwangerschaft nach einer Eileiterschwangerschaft möglich ist, hängt von der Schädigung des Eileiters und des Eierstocks ab. In der Regel können nach einer eileitererhaltenden Operation rund 70 Prozent der Frauen wieder Kinder auf natürlichem Weg bekommen. Selbst nach der Entfernung eines Eileiters ist es rund 50 bis 60 Prozent der betroffenen Frauen möglich, über den erhaltenen Eileiter schwanger zu werden. Bei einer anhaltenden Unfruchtbarkeit besteht die Möglichkeit, über eine künstliche Befruchtung oder assistierte Reproduktion nach einer Eileiterschwangerschaft wieder schwanger zu werden. Ein Kinderwunsch nach einer Eileiterschwangerschaft lässt sich also grundsätzlich erfüllen. Ähnlich wie bei einer Fehlgeburt geht es zunächst darum, das tragische Ereignis zu verarbeiten und eine positive Grundstimmung zu erlangen.

Nach Abtreibung wieder schwanger werden

Knapp drei Viertel (73 Prozent) der Frauen, die im ersten Quartal 2016 einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen ließen, waren laut Statistischem Bundesamt zwischen 18 und 34 Jahre alt. Die Gründe für eine Abtreibung können verschiedener Natur sein, weswegen das Gesetz in Deutschland eine Beratung vorschreibt. Hat sich eine Frau für eine Abtreibung entschieden, ist eine erneute Schwangerschaft jederzeit möglich. Ein Kinderwunsch nach einer Abtreibung ist nichts Ungewöhnliches, vor allem in jungen Jahren. Ganz wichtig: Holen Sie sich Rat und Unterstützung von Freunden und der Familie. Haben Sie aus medizinischen Gründen abgetrieben und werden nicht schwanger, kann es viele Gründe haben, warum es gerade nicht klappen will. Schließlich ist eine Abtreibung auch immer eine psychische Belastung, die nicht unterschätzt werden sollte.

Will ich wirklich erneut schwanger werden?

Frauen, die sich bewusst gegen ein Kind entschieden haben, sollten sich vor Augen halten, warum sie diese Entscheidung getroffen haben. Eine Studie aus Schottland stellte fest, dass die Wahrscheinlichkeit für eine erneute Abtreibung bei einer folgenden Schwangerschaft erhöht ist. Von den 120.000 teilnehmenden Frauen ließen mehr als 43.200 auch bei der zweiten Schwangerschaft abtreiben. Das Gespräch mit vertrauten Personen kann helfen. Suchen Sie eine Beratungsstelle auf und lassen Sie sich vor allem nicht unter Druck setzen. Den richtigen Zeitpunkt, um wieder schwanger zu werden, bestimmen nur Sie selbst.

 

Schwanger trotz Beeinträchtigung­en: Wege zum Wunschkind

Schwanger nach operativen Eingriffen am Unterleib? Erkrankungen, Fehlbildungen und andere Beeinträchtigungen können den Weg zum Wunschkind erschweren. Doch oft ist eine Schwangerschaft trotzdem möglich.

Baby hält Finger der Mutter

Es gibt körperliche Beeinträchtigungen, die einer Empfängnis und einer reibungslosen Schwangerschaft im Wege stehen. Die gute Nachricht ist jedoch: Mit der richtigen Behandlung können viele dieser Komplikationen erfolgreich therapiert werden, sodass das Wunschkind doch noch möglich ist.

Mit der richtigen Behandlung können Erkrankungen, Fehlbildungen und andere Beeinträchtigungen erfolgreich therapiert werden.

Schwanger mit einem Eierstock

Viele Frauen, denen – beispielsweise wegen Zysten, eines Tumors oder einer Eierstockschwangerschaft – ein Eierstock entfernt wurde, befürchten, weniger Chancen auf ein Baby zu haben. Dies trifft jedoch nur in Einzelfällen zu. Eierstöcke "konkurrieren" miteinander darum, welcher ein befruchtungsfähiges Ei auf die Reise durch den Eileiter schicken kann. Fällt ein Eierstock weg, steigen die Chancen des verbliebenen Ovars.

Allerdings sind bei einigen Frauen nicht beide Eierstöcke gleich aktiv. Wenn ausgerechnet das trägere Ovar im Körper verblieben ist, kann es zu Zyklen ohne Eisprung kommen.

Schwanger mit einem Eileiter

Relativ komplikationslos ist es, schwanger mit nur einem Eileiter zu werden – solange der zugehörige Eierstock befruchtungsfähige Eier produziert. Es gibt sogar Fälle, in denen der gesunde Eileiter nicht nur die Eier des eigenen Ovars auffängt, sondern regelrecht "umschwenkt", um die Eier des gegenüberliegenden Eierstocks ebenfalls aufnehmen zu können.

Eine Schwangerschaft ganz ohne Eileiter ist dagegen nicht möglich, auch wenn beide Eierstöcke noch aktiv sind. In diesem Fall kann der Kinderwunsch aber durch eine künstliche Befruchtung in Erfüllung gehen.

Kinderwunsch trotz Erkrankung der Fortpflanzungsorgane

Schwanger mit Zyste oder PCO-Syndrom

Eine einfache Zyste am Eierstock ist nur in seltenen Fällen der Grund für andauernde Unfruchtbarkeit. Problematischer ist dagegen, wenn ein Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCO) vorliegt. Bei dieser komplexen Hormonstörung entstehen gleich mehrere flüssigkeitsgefüllte Hohlräume an den Eierstöcken, und ein Eisprung bleibt aus. Für Frauen mit Kinderwunsch verschreiben Ärzte meist den Wirkstoff Clomifen, der bei zwei Dritteln der Fälle einen Eisprung auslöst. Auch Behandlungen mit Hormonspritzen erhöhen die Chance, trotz PCO schwanger zu werden. Symptome für die hormonelle Störung PCOS können u.a. Zyklusstörungen (seltene oder unregelmäßige Blutungen), fettige Haut, Haarausfall und eine vermehrte Körperbehaarung sein. Eine weitere Folge von PCOS kann eine verminderte Fruchtbarkeit bis hin zur Unfruchtbarkeit sein – für Frauen mit Kinderwunsch kann dann eine Therapie, die den Eisprung anregen soll, die Chancen für eine Schwangerschaft erhöhen. Als Ursachen für PCOS werden Umwelteinflüsse sowie erbliche Faktoren vermutet. Aber auch Übergewicht wird mit PCOS in Verbindung gebracht – daher gehören auch hier eine gesunde Ernährung und Bewegung zur Therapie.

Schwanger werden mit Endometriose

Bei der Endometriose wuchert Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter im Bauchraum. Dies führt oft zu starken Schmerzen während der Periode und –  abhängig von Schweregrad und Lage der Endometriose-Herde – zu Unfruchtbarkeit. Frauen mit Kinderwunsch hilft oft eine operative Entfernung des Gewebes – gerade dann, wenn die Erkrankung frühzeitig entdeckt wird. Zwar wächst die "verirrte" Schleimhaut wieder nach, doch bleibt den Betroffenen ein Zeitfenster, in dem sie bessere Chancen auf eine Empfängnis haben.

Schwanger werden nach Konisation

Bei einer Konisation entfernt der Frauenarzt operativ ein kegelförmiges Gewebestück an Gebärmutterhals und Muttermund. Häufigster Grund für den Eingriff sind veränderte Gewebestrukturen, die auf die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs hindeuten. Bei Frauen mit Kinderwunsch wird ein flacher Kegel gewählt, um möglichst viel Gewebe zu erhalten.

Eine gesunde Schwangerschaft ist nach einer Konisation möglich, allerdings sollte die Patientin dann besonders engmaschig betreut werden. Durch den veränderten und verkürzten Muttermund sind Frühgeburten häufiger oder es kommt durch Narbenbildung am Muttermund zu einem verzögerten Geburtsverlauf.

Eng verbunden: Schilddrüse und Fruchtbarkeit

Die Schilddrüse hat einen großen Einfluss auf den Hormonhaushalt und damit auf die Fruchtbarkeit der Frau. Eine Unter- sowie eine Überfunktion der im Hals befindlichen, schmetterlingsartig geformten Drüse können Zyklusstörungen und Sterilität zur Folge haben. Etwa 10 Prozent der ungewollt kinderlosen Frauen leiden an einer Erkrankung der Schilddrüse.

Schwanger werden trotz Schilddrüsen-Unterfunktion und Hashimoto

Die häufigste Ursache für eine Schilddrüsenunterfunktion ist eine chronische Schilddrüsenentzündung, die Hashimoto Thyreoiditis. Bei dieser Autoimmunkrankheit greift die körpereigene Abwehr das Gewebe der Schilddrüse an.

Heute können Patientinnen mit Hashimoto und Schilddrüsenunterfunktion schwanger werden, wenn sie erfolgreich mit dem Schilddrüsenhormon Levothyroxin eingestellt werden. Besonders wichtig ist die Behandlung auch während der Schwangerschaft, da sonst Fehl- oder Frühgeburten sowie eine Behinderung des Babys (z. B. verringerter Intelligenzquotient) auftreten können.

Schwanger werden bei Schilddrüsen-Überfunktion

Eine Überfunktion der mütterlichen Schilddrüse kann das neu entstehende Leben ebenfalls schädigen. Sie kommt jedoch seltener vor als eine Unterfunktion. Um die krankhaft gesteigerte Drüsenproduktivität zu regulieren, verschreibt der Arzt in der Regel Thyreostatika. In der Schwangerschaft sind diese Medikamente jedoch problematisch, da sie in die Plazenta übergehen und negative Auswirkungen auf das Kind zu befürchten sind. Für Frauen mit Kinderwunsch ist es ratsam, die Funktion der Schilddrüse nach Möglichkeit durch einen operativen Eingriff regulieren zu lassen, bevor die Schwangerschaft eintritt.

Risikoschwangerschaft: Schwanger mit Übergewicht oder Depressionen

Frauen mit starkem Übergewicht brauchen oft länger, um schwanger zu werden. Schuld daran sind Stoffwechselvorgänge im Fettgewebe, durch die zu viele männliche Hormone gebildet werden. Die Folge sind Zyklusstörungen und Zysten an den Eierstöcken (PCOS). Viele Patientinnen mit Kinderwunsch und Übergewicht erhalten von ihrem Arzt daher den Rat, erst einmal abzunehmen.

Hat es mit der Empfängnis geklappt, werden übergewichtige Frauen als Risikoschwangere eingestuft. Sie haben ein erhöhtes Risiko, an Schwangerschaftsdiabetes oder Bluthochdruck zu erkranken. Auch die Gefahr einer Früh- oder Fehlgeburt ist größer als bei normalgewichtigen Frauen, was eine engmaschige Kontrolle beim Frauenarzt notwendig macht.

Werdende Mütter, die an Depressionen leiden, gelten ebenfalls als Risikoschwangere. Depressionen und Kinderwunsch schließen sich keinesfalls aus, jedoch ist Vorsicht geboten, wenn der Wunsch nach einem Kind aus einer depressiven Episode heraus entsteht – ein Baby gar als "Heilmittel" für das Stimmungstief gesehen wird.

Andererseits fürchten viele Frauen, die depressive Episoden durchgemacht haben, durch die Schwangerschaft einen Rückfall zu erleiden. Tatsächlich ist dies schwer vorherzusagen: Während einige Patientinnen in Schwangerschaft und Stillzeit besonders stabil sind, geraten andere durch die neue Verantwortung und die Hormonschwankungen erst richtig in die Krise.

Heute raten Ärzte nicht mehr generell dazu, Antidepressiva nach einem positiven Schwangerschaftstest sofort abzusetzen – allerdings gibt es Präparate, die sicherer sind als andere. Eine offene Kommunikation zwischen Patientin und Ärzteteam ist daher wichtig – auch, weil Neugeborene nach der Geburt Entzugssymptome zeigen können. Um diese zu mindern, wird die Medikamentendosis der Mutter oft 14 Tage vor dem Geburtstermin reduziert und erst danach wieder erhöht.