Gesunde und ausgewogene Ernährung bei Kinderwunsch

In erster Linie entscheidet die Konstitution von Frau und Mann über eine erfolgreiche Befruchtung. Entsprechend wichtig ist die Ernährung bei Kinderwunsch. Hier erfahren Sie, was Sie beachten sollten.

 

Eine ausgewogene Ernährung – (k)ein Kinderspiel?

Ernährung ist der Schlüssel zum gesundheitlichen Zustand eines Menschen. Je intensiver natürliche Nahrungsmittel behandelt werden, bevor sie auf dem Tisch landen, desto wertloser werden sie häufig für den Körper. Der hektische Alltag verführt uns häufig dazu, zu ungesunden Snacks zu greifen. Diese Lebensweise lässt sich verbessern, auch hinsichtlich des Kinderwunschs.

Ernährung bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft

Ergänzen Sie Ihren Speiseplan um:

  • Fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag. Empfohlen sind mindestens drei Portionen (400 g) Gemüse und mindestens zwei Portionen (250 g) Obst.
  • Gesunde Kohlenhydrate in Brot, Reis, Kartoffeln und Nudeln. Optimal sind Vollkornprodukte, denn weißes Mehl hat viel weniger Ballaststoffe als Vollkornmehl. An der Typenbezeichnung auf der Mehlpackung erkennen Sie, wie hoch der Mineralstoffgehalt im Mehl ist.
  • Tierisches und pflanzliches Eiweiß. Nehmen Sie beispielsweise fettarmes Fleisch (300-600 g pro Woche), Eier sowie Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen in den Speiseplan auf.
  • Zwei Portionen Fisch pro Woche. Greifen Sie in Maßen (einmal pro Woche) zu fetten Sorten wie Lachs, Makrele und Hering.
  • Milchprodukte wie Käse und Joghurt. Sie sind wichtig für den Kalziumspiegel. Auch hier sollten Sie auf den Fettwert achten, um die Kalorienzufuhr nicht aus den Augen zu verlieren.

Obst und Gemuese

Bereits vor der Schwangerschaft sind viele Frauen, ohne es zu wissen, deutlich unterversorgt mit Folsäure, Eisen, Zink, Selen und anderen Nährstoffen; und gerade während der Schwangerschaft hat der Körper einen erhöhten Bedarf an Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen. Besonders wichtig für Mutter und Kind sind Folsäure, Jod und Eisen. Da sich dieser Bedarf nur schwer über die Nahrung aufnehmen lässt, sollten Sie ihn über ein Nahrungsergänzungsmittel decken – natürlich in Absprache mit Ihrem Frauenarzt.

Ernährung bei Kinderwunsch

Kombinieren Sie Vitamin-C-haltiges Obst mit Lebensmitteln, die helfen, die benötigte Eisenreserve für die Schwangerschaft aufzubauen. Greifen Sie zu Müsli, Hülsenfrüchten, grünem Blattgemüse und hin und wieder zu rotem Fleisch. Trinken Sie ausreichend, also etwa zwei Liter möglichst ungesüßte Getränke wie hochwertiges Mineralwasser. Koffeinhaltige Getränke sollten Sie nur in Maßen zu sich nehmen: Schwangeren wird empfohlen, ihren Koffeinkonsum so weit wie möglich einzuschränken. Mehr als 200 mg Koffein pro Tag sollten es nicht sein. Alkohol, Tabak und andere Drogen sind während der Schwangerschaft absolut tabu.

Frau bereitet Essen zu

Thema BMI – ausschlaggebend?

Zuviel ist ebenso schädlich wie zu wenig. Auch das Körpergewicht der künftigen Mutter kann darüber entscheiden, ob und wie schnell die Frau schwanger wird. Dabei sind die Grenzen fließend. Eine Schwangerschaft ist eine wahre Marathonleistung, und Belastungen wie starkes Über- oder Untergewicht verlangen vom Körper zusätzliche Ressourcen, die er eigentlich für das Kind benötigt. Es kann also gut sein, dass eine ausbleibende Schwangerschaft mit einem BMI jenseits der angeratenen Grenzen zwischen 19 und 25 zusammenhängt.

Schwanger werden: Kinderwunsch, Ernährung und Hausmittel

Schon seit jeher versuchen Frauen, ihren unerfüllten Wunsch nach einer Schwangerschaft mit alten Hausmitteln zu unterstützen. Neben der Erkenntnis, dass eine ausgewogene Ernährung dem Kinderwunsch ebenso förderlich ist wie ein stressfreier, geregelter Alltag, können auch bewährte Hausmittel helfen. Die natürlichen Kräfte der Heilkräuter wie

  • Frauenmantel,
  • Mönchspfeffer,
  • Storchschnabel,
  • Eisenkraut,
  • Schneeball,
  • Holunder und
  • Brennnesselblätter und -samen

finden nach Absprache mit Arzt und/oder Hebamme wieder öfter Anwendung, wenn Frauen sich in Bezug auf Kinderwunsch informieren. Fragen Sie auch nach einer eventuellen Zinkeinnahme.

Und der Papa: geballte Männlichkeit fördern?

Männer neigen leider dazu, ihre Rolle in der Schwangerschaft zu unterschätzen. Allerdings ist auch die Gesundheit des werdenden Vaters von höchstem Wert für das ungeborene Kind. Alle Tipps und Empfehlungen zur ausgewogenen Ernährung bei Kinderwunsch treffen auch auf den zukünftigen Vater zu. Denn der Konsum von Alkohol, Koffein und Tabak sowie eine ungesunde Ernährung oder Übergewicht wirken sich auch auf die Qualität der Spermien aus. So kann der Papa in spe bereits vor der Zeugung einen entscheidenden Teil zur Gesundheit seines Kindes beitragen, indem er sich gemeinsam mit seiner Partnerin bewusst gesund ernährt. Speziell für Männer hat sich zudem die ausreichende Versorgung mit Zink zur Ernährung bei Kinderwunsch als erfolgreich erwiesen.

Paar auf dem Wochenmarkt

Die Tabus der Schwarzen Liste

Eigentlich ist klar: Was Gift für die Körper der Mutter und des Vaters ist, kann nicht gesund sein für Zeugung und Kind. Übermäßiger Alkoholkonsum, Zigaretten, Schlafmangel, ungesunde Ernährung, Stress und Bewegungsarmut mögen Teil unserer Gesellschaft sein – förderlich für die Erfüllung des Kinderwunsches sind sie sicherlich nicht. Und hat die Zeugung erst einmal stattgefunden, schaden sie dem ungeborenen Kind. Je gesünder die Eltern leben, desto besser entwickelt sich das Kind im Mutterleib.

Niemand muss leben wie ein Mönch, ganz im Gegenteil. Wenn jedoch die ersehnte Schwangerschaft ausbleibt und es gilt, den Status quo zu überprüfen, sollten ungesunde Lebensgewohnheiten überprüft und ggf. verändert werden. Die Planung einer Schwangerschaft beginnt idealerweise mit einer Optimierung der Lebensumstände und der Ernährung. Die Fruchtbarkeit kann so positiv beeinflusst werden.

Medikamente und chronische Erkrankungen

Zahlreiche, oftmals lebensnotwendige Medikamente können den Kinderwunsch nachhaltig beeinträchtigen. Auch bei einer ausgewogenen Ernährung kann die Erfüllung des Kinderwunschs in weite Ferne rücken durch:

  • Antidepressiva
  • Neuroleptika
  • Mittel gegen Bluthochdruck
  • Rheumamittel
  • Medikamente, die bei der Krebstherapie eingesetzt werden
  • Mittel, die Sexualhormone enthalten
  • Einige Mittel gegen Haarausfall

Hier gilt es, mit den behandelnden Ärzten Lösungen und Alternativen zu finden. Auf keinen Fall darf hier eigenmächtig gehandelt werden. Sprechen Sie deshalb mit Ihrem behandelnden Arzt und lassen Sie sich über Alternativen zu Medikamenten informieren.

 

Warum Kinderwunsch, Alkohol und Zigaretten nicht zueinander passen

Bei einem Kinderwunsch sollten Sie auf Genussmittel wie Alkohol und Tabak besser verzichten. Schon lange vor der Schwangerschaft können die Schadstoffe Ihre Fruchtbarkeit negativ beeinflussen.

Dass Sie während der Schwangerschaft zum Wohle des Kindes auf Alkohol und Tabak verzichten sollten, ist schon lange bekannt. Doch es ist ratsam, auch schon beim Kinderwunsch auf Alkohol zu verzichten und das Rauchen aufzugeben. Dafür gibt es gute Gründe.

Paar bei Kissenschlacht

Alkohol übt einen nachweislich negativen Einfluss auf die weibliche Fruchtbarkeit aus. Bei Frauen bringt er den Hormonhaushalt durcheinander und kann die Reifung der Eizelle verlangsamen. Bei manchen Frauen kommt es sogar zu Störungen im monatlichen Zyklus. Eine dänische Studie mit mehr als 7.000 Teilnehmerinnen ergab, dass die Chance auf eine Schwangerschaft bei Frauen über 30 Jahren um die Hälfte sank, wenn sie pro Woche mehr als sieben alkoholische Getränke zu sich nahmen. Eine ähnliche Studie ermittelte, dass Frauen, die weniger als fünf alkoholische Einheiten pro Woche konsumierten, doppelt so häufig schwanger wurden wie Frauen, die mehr tranken.

Zwar konnte bislang nicht eindeutig ermittelt werden, warum der Kinderwunsch von Alkohol negativ beeinflusst wird, doch Forscher vermuten, dass Alkohol den sogenannten Gelbkörper schwächt. Dieser entwickelt sich aus dem Follikel (Bläschen), das nach dem Eisprung zurückbleibt, wenn die Eizelle entlassen wurde. Er bildet dann das Sexualhormon Progesteron, das die Frau empfängnisbereiter macht. Wird der Gelbkörper durch das Zellgift Alkohol geschwächt, kann er keine ausreichenden Mengen Progesteron mehr produzieren. Dadurch wird es für die Frau schwerer, ein Kind zu empfangen.

Bei Kinderwunsch auf Alkohol verzichten

Es gibt natürlich noch weitere gute Gründe, gleich bei einem aufkommenden Kinderwunsch auf Alkohol zu verzichten: Der Körper benötigt etwa drei Monate, bis er den Alkohol vollständig abgebaut hat. Verzichten Sie erst dann komplett auf Alkohol, wenn Sie bereits schwanger sind, hat der noch winzige Fötus möglicherweise bereits erste Schadstoffe absorbiert. Diese können das Wachstum des Babys verlangsamen und später zu Verhaltensstörungen, Hyperaktivität und Lernproblemen führen.

Denken Sie auch daran, dass es möglicherweise einige Wochen dauert, bis Sie die Schwangerschaft durch das Ausbleiben der Periode bemerken. Daher sollten Sie nicht erst, wenn Sie schwanger werden, dem Alkohol abschwören, sondern sobald der aktive Kinderwunsch bei Ihnen erwacht und Sie Ihre Verhütungsmittel absetzen.

Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass bei einem unerfüllten Kinderwunsch Alkohol beim Mann ebenfalls eine Rolle spielen kann. Die Spermienqualität ist meist niedriger als bei Männern, die auf Alkohol verzichten, und die Motilität (Beweglichkeit) der Spermien eindeutig schwächer ausgeprägt. Dadurch fällt es ihnen viel schwerer, die Eizelle zu erreichen und sie erfolgreich zu befruchten.

Alkoholkonsum wirkt sich - beim Mann mehr noch als bei der Frau - ganz generell negativ auf die Libido aus. Es ist also für den Mann genauso sinnvoll wie für die Frau, bei einem Kinderwunsch auf Alkohol zu verzichten.

Der Kinderwunsch und das Rauchen

Neben dem Alkohol ist Nikotin das am weitesten verbreitete Suchtmittel in Deutschland und für die Gesundheit mindestens genauso schädlich. Auch hier gilt, dass Sie nicht erst, wenn Sie schwanger werden, mit dem Rauchen aufhören sollten, sondern bereits dann, wenn der Kinderwunsch erwacht.

Dafür sprechen u. a. folgenden Gründe:

  • Raucherinnen warten doppelt solange auf die Erfüllung des Kinderwunsches wie Nichtraucherinnen.
  • Starkes Rauchen kann zum Ausbleiben des Eisprungs führen.
  • Raucherinnen produzieren bei hormonellen Behandlungen nur 45 Prozent der Eizellen von Nichtraucherinnen.
  • Das Risiko für Fehlgeburten ist stark erhöht.
  • Die Giftstoffe verbleiben noch lange im Körper und können das Kind schädigen, auch wenn Sie das Rauchen mit Beginn der Schwangerschaft einstellen.

Bei den Männern hat der Nikotinkonsum ebenfalls verschiedene negativen Folgen: Allgemein produzieren sie weniger Spermien, und die vorhandenen Spermien sind häufiger von Genschäden betroffen. In einer Studie wurden in der Spermienflüssigkeit von Rauchern erhöhte Schadstoffwerte u. a. hinsichtlich Blei und Cadmium festgestellt. Nicht zuletzt kann Nikotin zu Durchblutungsstörungen führen, die wiederum eine verminderte Erektionsfähigkeit nach sich ziehen.

Wenn beide Elternteile bei einem Kinderwunsch mit dem Rauchen aufhören, dauert es etwa zwei bis drei Monate, bis sich der Körper zu regenerieren beginnt und die Fruchtbarkeit wieder das Niveau der Nichtraucher erreicht. Schon bald könnte sich das Kinderglück einstellen!

Schwanger werden ohne Giftstoffe

Ein letzter Aspekt, den Sie bei einem Kinderwunsch bedenken sollten: Es ist oft gar nicht so leicht, mit dem Rauchen aufzuhören oder den Alkoholkonsum einzustellen. Stellen Sie fest, dass Sie nicht ohne Weiteres auf Ihre Zigaretten verzichten können, ist es ohnehin sinnvoller, zunächst ein Raucherentwöhnungsprogramm zu absolvieren, ehe Sie aktiv an Ihrem Kinderwunsch arbeiten. Sonst besteht die Gefahr, dass Sie auch dann nicht von heute auf morgen auf Zigaretten verzichten können, wenn Sie tatsächlich schwanger sind.

Das Gleiche gilt für den Alkoholkonsum: Merken Sie, dass es Ihnen sehr schwer fällt, abends in geselliger Runde zum Mineralwasser zu greifen oder auf das Feierabendbier zu Hause zu verzichten? Indem Sie beim aufkommenden Kinderwunsch umgehend dem Alkohol abschwören, können Sie zugleich feststellen, ob Sie möglicherweise schon erste Zeichen für eine Alkoholabhängigkeit zeigen.

Idealerweise unterstützen sich beide Partner gegenseitig beim Verzicht auf Alkohol, Nikotin und natürlich auch auf andere Drogen. Schließlich fällt es immer leichter, einem Genussmittel abzuschwören, das zu Hause gar nicht mehr existiert, als einem Genussmittel, das der Partner immer wieder konsumiert.

Sie werden schon bald die vielen gesundheitlichen Vorteile bemerken, die der Verzicht auf Alkohol und Nikotin bei Ihnen bewirkt, und nach einer erfolgreichen Schwangerschaft gar keine Lust mehr auf Ihre früheren Laster haben!