Für viele Mütter und ihre Kinder ist die Stillzeit eine besonders intensive Zeit. Doch wie lange sollten Kinder überhaupt gestillt werden und wann sollte das Abstillen beginnen, um auf Beikost umzusteigen? Diese Fragen beschäftigen nicht nur viele Mütter, sondern sind auch Gegenstand vieler Diskussionen.

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    Wie lange sollten Mütter stillen?

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), UNICEF und die Nationale Stillkommission sind sich einig: Sofern Mutter und Kind gesund sind, ist die Muttermilch die beste Nahrung für Säuglinge. Deshalb wird empfohlen, das Kind mindestens in den ersten Tagen unmittelbar nach der Geburt zu stillen. Die Vormilch (Kolostrum), die in den ersten sieben Lebenstagen des Babys gebildet wird, enthält viele Antikörper, Nährstoffe und Wachstumsfaktoren. Sie unterstützen die Entwicklung des kindlichen Verdauungstrakts und schützen das Kind vor Infektionskrankheiten.

    Doch wie lange die Stillzeit dauern sollte, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen. Auch in den ersten Lebenswochen und -monaten profitiert das Kind von den Nährstoffen, die in der Muttermilch enthalten sind. Gleichzeitig erfüllt das Stillen aber noch weitere Funktionen: Es stärkt die Mutter-Kind-Bindung und hilft bei der Rückbildung der Gebärmutter.

    WHO, UNICEF und die Nationale Stillkommission raten dazu, mindestens sechs Monaten voll zu stillen und dann langsam damit zu beginnen, andere Nahrung zuzufüttern. Sofern Mütter und Kinder es wollen, rät die Nationale Stillkommission, mit entsprechender Beikost bis zum Ende des ersten Lebensjahres weiter zu stillen.

    Mutter stillt Kind

    Wann ist der richtige Zeitpunkt, um abzustillen?

    Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt, um mit dem Abstillen zu beginnen, lässt sich nicht pauschal beantworten. Das Ende der Stillzeit hängt von vielen Faktoren ab und ist deshalb individuell verschieden. Stillprobleme wie Brustentzündungen, Schmerzen beim Stillen, Milchmangel, die Einnahme bestimmter Medikamente oder die Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit sind nur einige Gründe für Mütter, die Stillzeit zu beenden.

    Aber auch Kinder können den Zeitpunkt des Abstillens selbst bestimmen, indem sie plötzlich die Brust ablehnen oder verstärktes Interesse an anderer Nahrung zeigen. Wann dies geschieht, lässt sich nicht vorhersagen. Bei manchen Kindern ist es nach mehreren Monaten so weit, bei anderen erst nach dem ersten Geburtstag. Das nachlassende Interesse des Babys an der Brust bezeichnen Mediziner als natürliches Abstillen.

    Wie stillt man ab: Natürliches Abstillen

    Das sogenannte natürliche Abstillen ist die einfachste Art abzustillen, denn sie richtet sich nach den Bedürfnissen des Kindes. Indem es die Brust ablehnt, zeigt es sein nachlassendes Interesse und die Bereitschaft für neue Kost. Diese verfestigt sich im Laufe der Zeit und äußert sich in einer immer häufigeren Ablehnung der Brust, die sich über mehrere Tage oder auch Wochen hinziehen kann. Irgendwann verweigert das Kind die Brust komplett.

    Die Milchbildung richtet sich nach der Nachfrage. Mit anderen Worten: Sobald Sie seltener stillen, geht auch die Milchbildung von selbst zurück. Nur selten kommt es beim Abstillen zu Problemen wie Brustentzündungen oder Schmerzen. Diese können Sie übrigens mit Hilfe von kühlen Kompressen lindern, die Sie regelmäßig auf die entzündeten Bereiche auflegen.

    Auch wenn Sie selbst die Stillzeit möglicherweise noch nicht beenden möchten, sollten Sie die Bedürfnisse Ihres Kindes akzeptieren. Gleichen Sie die Nähe zu Ihrem Baby, die Sie beim Stillen erlebt haben, durch zusätzliche Kuschelzeit aus - das tut Müttern und Kindern gleichermaßen gut!

    Mutter und Baby kuscheln

    Achtung: Wenn Ihr Baby sehr früh (innerhalb der ersten vier Lebensmonate) die Brust verweigert, kann das auf gesundheitliche oder Stillprobleme hindeuten. In diesem Fall sollten Sie das Gespräch mit Ihrer Hebamme, dem Kinderarzt oder einer Stillberatung suchen.

    Wie stillt man ab: Sanftes Abstillen

    Eine andere Form des Abstillens ist das sogenannte sanfte Abstillen. Hierbei bestimmt die Mutter, wann sie mit dem Stillen aufhören möchte. Wichtig ist, dass auch dieses Abstillen langsam und über mehrere Wochen hinweg erfolgt. Denn das Verdauungssystem des Babys, das bislang nur Muttermilch gewöhnt war, muss ausreichend Zeit haben um sich auf die neue Nahrung einzustellen.

    Je nachdem, wann Sie mit dem Abstillen beginnen möchten, sollten Sie zunächst eine Mahlzeit durch Fläschchennahrung oder Beikost (Babybrei) ersetzen. Manchmal kann es helfen, die Mahlzeit mit etwas Muttermilch abzuschließen. Legen Sie Ihr Baby hierzu im Anschluss an die Flasche oder den Brei noch einmal an. Manchen Kindern fällt der Umstieg so leichter. Ersetzen Sie zunächst nur eine Mahlzeit am Tag und geben Sie Ihrem Kind die Zeit, sich daran zu gewöhnen. Nach etwa einer Woche, können Sie eine zweite Mahlzeit pro Tag durch andere Kost ersetzen. Nach einer erneuten Woche ersetzen Sie eine weitere Mahlzeit. Diesen Rhythmus sollten Sie fortführen, dabei aber das abendliche Stillen bis zuletzt beibehalten. Auf viele Kinder hat das Stillen vor dem Zubettgehen eine beruhigende Wirkung, die das anschließende Einschlafen erleichtert.

    Wie stillt man ab: Schnelles Abstillen

    Wenn Sie überhaupt nicht stillen möchten, oder aber es medizinische Gründe gibt, die gegen das Stillen sprechen, kann es nötig sein, das Abstillen zu beschleunigen. Sollte dies erforderlich sein, wird Ihr Frauenarzt Sie hierzu beraten und gegebenenfalls entsprechende Medikamente zum Abstillen verschreiben.

    Schnelles Abstillen ist grundsätzlich möglich. Es kann jedoch zu Brustentzündungen oder einem Milchstau kommen und auch für Ihr Baby stellt die schnelle Entwöhnung eine Herausforderung dar, die es bewältigen muss. Schenken Sie Ihrem Kind in dieser Zeit besonders viel Zuwendung und holen Sie sich professionelle Hilfe, die Ihnen und Ihrem Kind bei der schnellen Umgewöhnung helfen kann.

    Wichtig: Angesichts der kontroversen Diskussionen rund um das Stillen, sind viele Mütter verunsichert. Doch egal wie Sie sich entscheiden, denken Sie daran: Ob und wie lange Sie stillen, sagt nichts darüber aus, ob Sie eine gute Mutter sind oder nicht!

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