Wenn es um die richtige Ernährung für Neugeborene und Säuglinge geht, wird das Stillen von vielen Seiten propagiert und als beste Lösung dargestellt. Ganz klar: Wenn es mit dem Stillen klappt, überwiegen die Vorteile auf jeden Fall. Die Muttermilch ist so zusammengesetzt, dass Ihr Baby viele wichtige Nährstoffe von Ihnen bekommt. Sie brauchen sich keine Gedanken über die richtige Flaschenmilch zu machen, müssen keine Fläschchen und Sauger auskochen. Trotzdem gibt es durchaus auch einige Gründe, die für eine Ernährungsweise mit Fertigmilch sprechen. Informieren Sie sich über die jeweiligen Vor- und Nachteile und entscheiden Sie sich für die Ernährung, mit der Sie und Ihr Baby am besten zurechtkommen.

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    Warum Stillen als natürliche Ernährung am besten ist

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, Kinder mindestens sechs Monate lang zu stillen. Muttermilch ist hervorragend auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmt. Die Zusammensetzung passt sich an das Alter des Kindes an - von der Vormilch, die für die ersten Lebenstage ideal ist, bis zu der dauerhaften Milchproduktion, mit der Sie Ihr Kind problemlos ernähren können. Das Baby erhält mit der Milch der Mutter viele lebenswichtige Nährstoffe, Mineralien und Vitamine.

    Babys vertragen die Milch ausgezeichnet. Auch der Abwehrschutz gegen Krankheiten ist integriert, das Immunsystem des Kindes wird gestärkt. Außerdem baut sich damit ein Schutz gegen Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten auf. Gestillte Kinder haben zudem ein geringeres Risiko später übergewichtig zu werden und Verdauungsprobleme sowie Bauchschmerzen sind bei Stillkindern seltener als bei Flaschenkindern. Vor allem aber baut sich eine innige Verbindung zwischen Mutter und Baby auf. Das Kind genießt die Nähe, hört den Herzschlag der Mutter und wird im wahrsten Sinne des Wortes gestillt: Stillen wirkt beruhigend!

    Mutter stillt Baby

    Die praktische Seite des Stillens

    In den ersten Tagen kann das Stillen ein wenig problematisch sein. Der Milcheinschuss ist unter Umständen schmerzhaft, aber bereits nach kurzer Zeit spielt sich alles ein. Richten Sie sich in dieser ersten Phase ganz nach Ihrem Kind - Stillen nach einer strengen Zeiteinteilung klappt meist nicht so gut. Schon bald wird sich ein regelmäßiger Rhythmus einstellen. Auch nachts ist das Stillen eine große Erleichterung, Sie müssen kein Fläschchen zubereiten, sondern können das Kind bequem im Liegen stillen.

    Das Stillen wirkt sich positiv auf die Rückbildung der Gebärmutter aus. Sorgen, dass die Form und Festigkeit der Brust leiden, sind meist unbegründet. Der einzige "Nachteil", wenn man ihn überhaupt als solchen bezeichnen möchte: Stillen kann nur die Mutter - Sie müssen also immer präsent sein. Zwar kann die Milch auch abgepumpt, bis zur Verwendung im Kühlschrank aufbewahrt und sogar eingefroren werden. Das ist aber wirklich nur eine Notlösung. Verweigern Stillkinder die Flasche, wird die Fütterung mit Muttermilch durch andere Personen problematisch.

    Worauf Sie als Mutter beim Stillen achten müssen

    Ernähren Sie sich ausgewogen und gesund. Der Kalorienbedarf sowie der Nährstoffbedarf sind während dieser, für den Körper anstrengenden Phase, weiterhin erhöht. Sie sollten jetzt also besser noch nicht ans Abnehmen denken. In der Stillzeit wird eine zusätzliche Zufuhr von 500 Kalorien pro Tag empfohlen. Sie dürfen im Grunde alles essen, was Ihnen schmeckt. Blähende Nahrungsmittel und scharfe Gewürze sollten Sie allerdings in kleinen Mengen testen und bei Bedarf besser weglassen. Einige Lebensmittel können den Geruch und Geschmack der Muttermilch verändern, zum Beispiel Knoblauch oder Spargel, auf die Sie besser verzichten wenn Sie merken, dass Ihr Kind die Muttermilch danach ablehnt. Alkohol und Nikotin sind in der Stillzeit selbstverständlich tabu. Wenn Sie Medikamente einnehmen müssen, besprechen Sie die Einnahme mit dem Frauenarzt und dem Kinderarzt. Bei einigen Medikamenten ist die Einnahme bedenklich, dann ist Abstillen die bessere Lösung.

    Gründe, die gegen das Stillen sprechen

    Vorweg: Wenn Sie nicht stillen möchten oder können, lassen Sie sich kein schlechtes Gewissen einreden! Auch Kinder, die mit Fertigmilch gefüttert werden, entwickeln sich gut.

    Es gibt mehrere Gründe, warum Stillen nicht möglich ist. Bei Frühgeborenen, nach einem Kaiserschnitt oder einer besonders komplizierten Entbindung kann es schwierig sein, dass die Milchbildung in Gang kommt. Auch bei Mehrlingsgeburten kann das Stillen schwierig werden. Versuchen Sie es trotzdem, aber wenn es nicht klappt, ist das kein Versagen der Mutter!

    Bei einer schlimmen Brustentzündung ist das Abstillen manchmal die einzige Lösung. Auch die Einnahme bestimmter Medikamente, die medizinisch unbedingt notwendig ist, kann dazu führen, dass der Arzt vom Stillen abrät. Wenn Sie möglichst schnell wieder arbeiten möchten oder müssen, ist die Flaschenernährung von Anfang an oft die bessere Variante. Keine Sorge, die Nähe zum Kind entsteht auch in diesem Fall!

    Mutter gibt Baby die Flasche

    Die positiven Seiten der Ernährung mit der Flasche

    Fertigmilch ist nach dem aktuellen Stand weitgehend an die Zusammensetzung der Muttermilch angeglichen. Es gibt Milchpulver für die ersten Lebenstage, die ersten Monate und sogenannte Folgemilch für die Zeit nach dem sechsten Lebensmonat. Das Baby bekommt mit Fertigmilch alles, was es für eine gesunde Entwicklung und ein gutes Wachstum braucht. Auch spezielle Fertignahrung für Kinder mit Allergierisiko und Kuhmilchunverträglichkeit ist auf dem Markt. Der Vater oder andere Familienangehörige können die Mutter gut unterstützen, denn Flaschenmilch kann von jedem gefüttert werden.

    Achten Sie aber auch bei Flaschenernährung auf eine angenehme und ruhige Umgebung. So hat Ihr Baby von den ersten Lebenstagen an eine sehr gute Versorgung, denn am wichtigsten ist dieser Grundsatz: Stillen ist Liebe - Füttern mit der Flasche auch!

    Was bei der Ernährung mit Fertigmilch zu beachten ist

    Lassen Sie sich von Ihrer Hebamme und später von Ihrem Kinderarzt beraten, welche Fertigmilch für Ihr Baby am besten ist. Flaschen und Sauger müssen immer sauber sein, kochen Sie beides regelmäßig aus. Für die Zubereitung der Fertigmilch verwenden Sie abgekochtes Wasser, Reste sollen nicht nochmals aufgewärmt werden.

    Fazit: Stillen ja oder nein?

    Die Vorteile der Muttermilch und des Stillens liegen klar auf der Hand. Als Mutter sollte man sich bezüglich der Entscheidung nicht unter Druck setzen (lassen). Die Frage der Liebe zum Kind definiert sich nicht über die Entscheidung, ob man stillt oder Fertignahrung füttert. Meist ist das „Bauchgefühl“ ein recht guter Ratgeber. Gespräche mit stillerfahrenen Müttern im Kreis der Schwangeren-Gymnastik oder die Empfehlungen der Hebamme sind da hilfreich. Die klare Entscheidung für oder gegen eine Form der Babynahrung muss aus Überzeugung getroffen werden. Noch wichtiger ist es, den vorhandenen Stillwunsch zielstrebig durchzusetzen und eventuell auftretende Anlaufschwierigkeiten nicht zu dramatisch zu bewerten. Hat das „Dreamteam“ Mutter-Kind erst einmal zusammengefunden, ist die Stillzeit ein einzigartiges Geschenk der Natur.

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